Start / Holz-Aluminium
Die Schweizer Hybride
Innen die Hand, aussen das Wetter.
Holz-Alu-Fenster sind in Zürich oft die ruhigste Antwort: wer den Rahmen anfassen will, ohne jedes Jahr zu streichen, und wer eine Wetterseite hat, die reines Holz auffrisst.
Schnittgedanke
Die Aluminiumschale ist kein Dekorclip. Sie ist eine vorgehängte Wetterhaut, hinterlüftet, damit das Holz darunter atmen kann.
Warum Zürich diese Konstruktion mag
In Zürich-West schlägt Regen fast waagrecht. Am Zürichberg wechselt die Sonne mit dem Föhn die Temperatur um zehn Grad, bevor jemand den Kippflügel schliesst. Reines Holz hält das aus — wenn jemand streicht. Die meisten Haushalte tun das nicht. Deshalb sitzt aussen Aluminium, in RAL oder in einem Grau, das nicht «Anthrazit von der Stange» heisst, sondern zum Putz passt.
Innen bleibt Holz: Fichte, geölt oder deckend weiss, je nachdem ob die Wohnung ein Estrichboden aus den Zwanzigern oder Sichtbeton aus den Zehnern ist. Der Beschlag sitzt im Holz, nicht in der Schale. Wer das verdreht, kauft sich Quietschen.
Farben, Ansicht, Storen
Aussen entscheiden wir mit der Fassade, nicht mit dem Katalogliebling. Innen darf es wärmer sein als die Schale. Der Übergang an den Storenkasten ist die Stelle, an der Holz-Alu scheitert, wenn niemand misst: die Schale braucht Raum. Ist der Kasten zu flach, sagen wir das im Werkplan — nicht auf der Baustelle.
Schallglas und Dreifachaufbau lassen sich mit der Hybride kombinieren. Die Schale macht das Fenster nicht automatisch dichter gegen Tramlärm; das tut der Glasaufbau plus die Fuge. Siehe Schallschutz und Dämmwerte.


Wann wir davon abraten
Bei denkmalgeschützten Strassenfassaden, deren Profiltiefe historisch schmal ist. Eine Aluschale braucht Raum. Lieber ein gut gestrichenes Holzfenster als ein Hybride, der vor der Laibung steht wie ein zweiter Rahmen. Das sagen wir auch, wenn es uns den Auftrag kostet. In solchen Lagen hilft oft der innere Flügelersatz beim Kastendoppelfenster — beschrieben unter Altbau.